Moin Brazil!

Dass es in Hamburg jede Menge spannende Orte rund ums Thema Kaffee gibt ist ja mittlerweile jedem bekannt. Letzte Woche konnte ich mich davon wieder einmal persönlich vor Ort überzeugen. Ich hatte mich schon vor meinem Besuch für diese Bohnen aus Brasilien von onetake coffee entschieden. Brasilianische Kaffees galten bis vor kurzem noch als relativ unspektakulär. Das hat sich nun deutlich geändert. Richtig spannende Sachen tauchen da auf dem Markt auf. Und das ist erst der Anfang. Eine ereignisreiche Zeit wirft ihre Schatten voraus. Eine dieser spannenden Röstungen hat nun Tolga zu verantworten. Ich dachte zuerst, das kann nicht sein, als ich den SITIO BELA VISTA probierte. Der Kaffee hat für mich Geschmacksmerkmale, die man sonst eher von kenianischen Sorten kennt. Wirklich sehr ungewöhnlich. Ich habe meinen Hamburgbesuch unter anderem dafür genutzt, Tolga einen Besuch bei onetake abzustatten. Es hat sich in jeglicher Hinsicht gelohnt. Ein sehr sympathischer, aufgeschlossener und kaffeebesessener Typ, der genau weiß was er will und wohin die Reise gehen soll. Ein Perfektionist im Bezug auf seine Arbeit mit langjähriger Erfahrung in der Branche.

„Wenn einer es nicht schafft, einen Kaffee so zu rösten, dass dieser gut genießbar auf den Tisch kommt, dann soll er es einfach lassen.“

Klare Worte, die meine volle Zustimmung finden. Die Qualität von Tolgas Bohnen konnten mich so sehr überzeugen, dass ich diverse Sorten vor Ort für euch bestellt habe. Unter anderem erwartet euch eine Ernte aus dem Kongo. Ein Kaffee der mich sprachlos gemacht hat, da ich so etwas in der Art zuvor noch nicht getrunken hatte… Im positiven, versteht sich.

„Brasilien schickt gerade jede Menge spannende Kaffees in den specialty Äther und wir konnten natürlich nicht widerstehen. Mit dem Red & Yellow Catuai ist Jose Leandor Romao ein Volltreffer gelungen. Steinobst und Schwarzer Tee im Geschmack, die Brasilien typische Cremigkeit und Vollmundigkeit dezent in den Hintergrund gestellt, einfach lecker und unaufgeregt im Abgang. Dieser Kaffee brilliert durch die leisen Töne, die in der Komposition so schön harmonieren.“

Light Roast – Sitio Bela Vista schmeckt wie Steinfrüchte und schwarzer Tee auf einem Markt in Marrakesch

Farmer: Jose Leandor Romao – Sitio Bela Vista
Region: Castelo – Espirito Santo, Brasilien
Varietät: Red & Yellow Catuai
Aufbereitung: Washed
Ernte: 2018 / 2019

Come over and grab your cup of ontakes‘ specialty coffees.

See ya, folks.

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Intensiv schokoladig

Die aktuelle Röstung des Monats ist von Hotroastedlove aus Bielefeld. Sascha war schon einmal mit seinen Bohnen bei uns zu Gast. Diesmal habe ich entgegen der Jahreszeit einen sehr schokoladigen Kaffee ausgesucht. Dazu veranlasst hat mich nicht nur der Geschmack, sondern auch die Story hinter dieser Ernte.

KOLUMBIEN TRES HOMBRES
Yohoho, beim Klabautermann, was für ein Kaffee! Stark wie der Wind, der ihn hergesegelt hat, und dazu noch tiefschokoladig! Da wird jede Landratte blass vor Neid. Unser TRES HOMBRES bringt dir vollen Kaffeegenuss bei zero Emission im Transport. Mit seinem kräftigen kolumbianischen Körper stählt er gegen Flauten in der Tasse und mit süßen Schokoladennoten betört er wie Sirenen auf See. Also, Matrose, klar Schiff machen und erstmal einen TRES HOMBRES hinter die Augenklappe gießen!

Gesegelt von fliegenden Holländern

In 2007 gründeten die drei Freunde Arjen, Andreas und Jorne das erste „emissionsfreie“ Segelfrachtunternehmen in den Niederlanden. Fairtransport restaurierte die Brigantine TRES HOMBRES, das erste motorenlose Segelfrachtschiff, das seitdem naturbelassene Waren wie Kaffee, Olivenöl, Wein oder Rum aus Mittelamerika in die EU bringt. Und seine Segel für eine nachhaltigere Transportindustrie setzt.

Du findest mehr Infos über die TRES HOMBRES unter fairtransport.eu

Herkunft: Kolumbien, Antioquia, Salgar
Kaffeesorte: 100% Arabica, Caturra, Castillo, Colombia
Aufbereitung: washed
Anbauhöhe: 1500-2000m
Geschmacksprofil: Tief schokoladig und intensiv

(Quelle: Hotroastedlove)

Und Schokolade geht immer, auch im Sommer, oder was meint ihr?

PANGO PANGO

Und schon wieder ist ein Monat vorbei. Marc und sein LOVECATS Roast haben eine erfolgreiche Zeit hinter sich gebracht und jetzt ist schon wieder Zeit für Neues. Diesmal gibt es natürlich erneut eine ganz besondere Bohne. Meine erste Sorte aus INDONESIEN mit dem schönen Namen PANGO PANGO . Geröstet wird diese aussergewöhnliche Bohne im malerischen AMSTERDAM bei BOCCA. Wer einmal in AMSTERDAM ist sollte diesem schönen Laden einmal einen Besuch abstatten, denn hier wird third wave coffee gelebt. Ein wirklich hoher Anspruch an Präsentation und Zubereitung des braunen Goldes hat hier erste Priorität. Aber auch das besonders gut geschulte und überaus freundliche Personal machen Lust auf mehr. Das Ambiente reiht sich nahtlos ein. Ein schicker place to be. Ein kleiner Tipp noch: Hier wird nur bargeldlos bezahlt.

Zurück zur Monatsröstung. In deiner Tasse finden sich Aromen von Limette, Beeren und Rohrzucker. Diese Kombination bringt dich sicher durch den beginnenden Sommer.

Noch eine Besonderheit gilt es zu erwähnen… Diese indonesiche Spezalröstung kannst du sowohl als Espresso als auch als Filterkaffee genießen. Meiner Meinung nach lohnt sich beides. Also nichts wie ab zur Turmstraße 17 ins Café Mit Liebe und selbst probieren. Finde deine Lieblingszubereitungsart und genieße diesen (oder anderen) guten Kaffee in entspannter Atmosphäre. Wir sehen uns dort.

DRINK NO EVIL!

Das ist der gut gemeinte Rat der Bonner Kaffeebrennerei. Diese ist die konsequente Ergänzung der Bonner Kaffeeschule. Der Initiator und Headroaster Mark Czogalla ist der kompetenteste Allrounder in Sachen Kaffeewissen, den ich persönlich kenne. Um seine Skills einmal kurz zu umreißen, zitiere ich hier mal ein paar Eckdaten zu seiner Ausbildung von der Website der Bonner Kaffeeschule:

„Master-Coffeologe
Coffee Diploma der SCA: Barista, Brewing und Sensory professional der SCA (Speciality Coffee Association), Green Coffee & Roasting intermediate
Coffeemaster Gold/Escuela de Café de El Salvador und BSOC
SCA autorisierter Trainer (AST seit 2013)
Röstausbildung beim Coffee Consulate in Mannheim“

Und zu all diesem Fachwissen kommt nun noch eine große Leidenschaft für die Samen der Kaffeekirsche hinzu. So war es auch nur eine Frage der Zeit bis Mark selbst zu rösten begann. Allzu lange ist er noch gar nicht dabei. Er hatte auch leichte Bedenken, als ich mal nachgefragt habe, ob und wo man denn seine Arbeit einmal probieren könne. Mark weiss um meine Affinität zu hellen Röstungen und natural oder honey aufbereiteten Bohnen. „Ich röste aber eher klassisch“, waren seine Worte. Für mich aber gar kein Problem, denn erstens komme ich ja ganz ursprünglich auch aus der eher „klassisch gerösteten Ecke“ und zweitens spricht überhaupt nichts gegen einen gut gemachten, klassischen Roast.

Und den hat er mit „LOVECATS“ abgeliefert. Eine sehr schöne, ausgewogene Tasse Kaffee mit mittlerem Mundgefühl. Feine zitrische Säuren, eine saftige Süße und Aromen von Beeren und Butter Scotch zeichnen diese Röstung aus. Die Bohnen stammen aus den Highlands Tansanias. Es handelt sich um einen Single Origin, ja sogar um einen Single Estate Kaffee. Mark war selbstverständlich selber vor Ort und hat die Farm genau unter die Lupe genommen.
Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass mich nicht nur der Geschmack des Kaffees überzeugt hat, sondern dass ich auch eine gewisse Vorliebe zu Röstungen mit Songtiteln nicht verleugnen kann. Deswegen habe ich auch den „HEROES #1“ Espresso direkt mit geordert. Auch eine Röstung mit dem Namen „BLACK CELEBRATION“ gab oder gibt es immer noch im Sortiment der Bonner Kaffeebrennerei. Jetzt ahnen wir auch ungefähr Marks musikalische Orientierung . Vielleicht sollte ich noch den „NEW NOISE“ Espresso erwähnen. Ein 100 % Robusta aus Indien – voll auf die zwölf im besten Sinne.
Ich sage auch noch „DESERT ROSE“ von der Rösterei Vier. Aber das ist ein ganz anderes Thema.
Neugierig? Ich hoffe doch. Und diesmal müsst ihr nicht einmal besonders experimentierfreudig sein, nur guten Kaffee mögen und zu schätzen wissen.

TIM…who??

Meine nun fast dreijährige Karriere in Sachen specialty coffee begann mit genau drei Röstereien: Neues Schwarz, Dortmund, Rösterei Vier in meiner schönen Heimat Düsseldorf und Schamong, Kölns ältester Kaffeerösterei. Und genau dort begegnete ich Sebastian zum ersten Mal. Mein Kumpel und ich wollten seinerzeit einen leckeren Kaffee trinken und eine Kleinigkeit frühstücken. Auf Nachfrage antwortete Sebastian: „Geilen Kaffee bekommt ihr bei mir, was zu essen könnt ihr euch da drüben beim Bäcker holen oder nebenan gibt es eine Pizzeria.“ Was für eine coole und lockere Aussage. Menschlich also schonmal ganz weit vorne. Zumal ich ihn damals auch noch für den Chef des Ladens gehalten habe – sorry Mirko. Nun sollte sich zeigen, dass Sebastian auch fachlich ziemlich viel auf dem Kasten hat. Und ohne jemals überheblich zu sein, beantwortete er mir als Semilaien sämtliche Fragen auf eine sehr verständliche Art und Weise. Somit wurde Schamong eine meiner ersten Monatsgaströstungen. Und dies sehr erfolgreich noch dazu.
Heute, einige Zeit später, ist Sebastian mit einer ganz eigenen Röstung als Gast bei uns am Start. Sebastian hat sich nämlich zusammen mit Tim einen Traum erfüllt und eine eigene Rösterei gegründet:

TIM & SEBASTIANs in FRECHEN.

Es war sehr spannend, deren Werdegang über die Jahre zu beobachten und zu begleiten. Nach vielen Tassen Kaffee, angeregten Gesprächen und diversen Open Roastery Events, würde ich Sebastian als einen Freund bezeichnen. Deswegen ist es längst überfällig gewesen, ihn mit seinem Sortiment an hervorragenen Röstungen ein Fach im Kaffeeregal freizuräumen. Nach den Girls who grind coffee tritt er ein schweres Erbe an, aber die aktuelle Röstung des Monats tut sich damit keinesfalls schwer. Entschieden habe ich mich für TIM, einen gewaschenen Kaffee aus der Region Huila / KOLUMBIEN von der Finca la Primavera in der Varietät Caturra. Dieser fruchtige und süße Kaffee besticht durch Noten von Trauben, grünem Tee und braunem Zucker.

Diese Bohnen gibt es interessanter- weise auch als Espresso. Allerdings heißt dieser dann SEBASTIAN. Und ihr wisst sicherlich was es bedeutet, wenn die Gründer eines Unternehmens Ihre Namen auf ein Produkt drucken? Richtig, sie stehen zu 100 Prozent dahinter. Auch die restlichen Röstungen tragen die Namen von Family and friends, was diese Überzeugung nur unterstreicht.
Also fackelt nicht lange und probiert die ein oder andere Bohne, veredelt durch Sebastians Roastskills bei uns im Café.

And never forget:

„COFFEE CONNECTS PEOPLE!

GRRRL POWER

Diesmal kommt der Kaffee des Monats aus England. Unsichere Zeiten, deswegen noch schnell ein paar Bohnen von der Insel ordern. Wer weiß, wie kompliziert das in Zukunft sein wird? Allerdings ist das nicht der einzige Grund. Die Girls from the UK leisten in ihrer allein durch Frauen geführten Rösterei hervorragende Arbeit. So konnte ich es kaum erwarten, die Samples zu probieren. Kurze Anfrage und schon waren die Bohnen völlig unbürokratisch auf dem Weg nach MONHEIM. Die Girls sind zurecht sehr stolz auf ihre Arbeit. Sorgfältig ausgewählte Sorten, vorwiegend von weiblichen Farmern finden den Weg in ihren Röster. Außerdem werden noch zahlreiche Projekte gefördert, um Frauen weltweit zu pushen – GRRRL POWER.

Meine Wahl ist auf eine Bohne aus HONDURAS gefallen. Sie ist natural mazeriert und erhält dadurch ihren einzigartigen Geschmack. Komplexe, florale Aromen von Mango und Passionsfrucht, Anleihen von Pavlova (eine mit Sahne und Früchten gefüllte Torte aus Baisermasse) versprechen laut Verpackung GOOD VIBES ONLY. And that’s true, peeps. Dieser Kaffee ist wieder einmal etwas ganz Besonderes. Ich weiß, in meinen Augen ist jeder Kaffee des Monats etwas Besonderes, sonst würde ich diesen ja auch nicht selektieren. Aber diesmal behaupte ich, diese Röstung wird dieses Jahr nur schwer zu toppen sein. Mal abgesehen von irgendwelchen Raritäten wie Geisha und Konsorten. Es bleibt spannend. Holt euch die GOOD VIBES in eure Tasse und lasst euch von den GIRLS WHO GRIND COFFEE verzaubern.

Berlin again?

Ein klares JA! Wenn es um specialty coffee geht, kommt man schwer an BERLIN vorbei. Im letzten Monat hatten wir ein paar sehr schicke Bohnen von der Röststätte Berlin, dieses Mal widmen wir uns einmal the barn. Hierbei handelt es sich um eine der führenden Kaffeeröstereien Europas. Seit 2010 repräsentiert the barn die third wave coffee Bewegung auf höchstem Niveau und wird deshalb von führenden Kaffeehäusern und Liebhabern auf der ganzen Welt geschätzt und selbstverständlich auch aufgebrüht. The barn konzentrierte sich von Anfang an darauf ihre Kaffees immer besser zu machen. So würden sie zum Beispiel niemals hergehen und sortenreine Bohnen mischen.

„Kein Kompromiss, keine Verfälschung – nur großartiger Kaffee.“
Die Produkte sind zu 100% zurückzuverfolgen. Die Kaffees werden ausschließlich anhand der Qualität, Reinheit, Nachhaltigkeit und Rückverfolgbarkeit ausgewählt. Die Berliner beziehen nur frische, saisonale Rohkaffees. Es ist einer ihrer Grundsätze, die Wertekette von der Saat bis in die zur Tasse zu schützen. Ihr Röstungsstil ist Nordisch: Leicht und sauber, jedoch gänzlich entwickelt. So wird sorgfälig das optimale Geschmackspotential jeder einzelnen Sorte herausgearbeitet.

Gilberto Baraona hat in den letzten zehn Jahren die Qualität seiner Farm vorangetrieben. Die Farmlage zwischen zwei Bergen ist ideal hinsichtlich Sonne und Wind. Unser Bourbon Microlot hat Aromen von Milchschokolade, Birne und Steinobst. Ein smoothes und samtiges Mundgefühl.

Die Verarbeitung von Gilberto ist auf dem höchsten Stand der Technik. Er ist ein Meister der Microlots: die meisten seiner Kaffeebäume wachsen im Schatten, wodurch ideale Temperaturen für die gewünschte langsame Reifung der Kirschen erzielt werden. Dies erzeugt einen hohen Zuckergehalt und trägt zur Geschmackskomplexität bei. Gilberto hat einen Sortengarten mit 66 verschiedenen Sorten. Hiervon wählte er 15 aus, um größere Flächen zu bepflanzen. Wir fühlen uns geehrt, Gilbertos-Kaffee Jahr für Jahr zu rösten. (Quelle: the barn)

Geschmacksprofil: Milchschikolade, Birne, Smooth

Herkunft: Usulutan, El Salvador

Röstung: Filter

Produzent: Gilberto Baraona

Höhe: 1400 Meter

Varietät: Red Bourbon

Prozess: Gewaschen

Neugierig geworden? Dann auf ins Café Mit Liebe und ran an die Tasse, gefüllt mit feinstem Kaffee von the barn. Auf Milch und Zucker sollte man definitiv verzichten, da sonst die feine Aromenvielfalt nicht zur Geltung kommen kann. Das gilt ja allgemein, bei diesen Kaffeebohnen aber ganz im Speziellen.

Wir sehen uns im Café.